Gemeinsam hinschauen, verstehen und Verantwortung übernehmen
Diese Woche stand an unserer Berufsschule alles im Zeichen der psychischen Gesundheit: Im Rahmen der österreichweiten Initiative Mental Health Days wurde durch externe Fachvorträge ein wichtiger Raum geschaffen, um offen über Themen wie Depression, Resilienz, Warnsignale und Hilfsangebote zu sprechen.
Organisiert von unserer Lehrerkollegin und Beratungslehrerin Barbara Probst bot diese besondere Aktionswoche mehreren Klassen die Möglichkeit, gemeinsam in der Aula an informativen und praxisnahen Vorträgen teilzunehmen. Ziel war es, psychische Gesundheit stärker ins Bewusstsein zu rücken, Vorurteile abzubauen und zu zeigen, dass mentale Belastungen ernst genommen werden müssen – gerade auch im Schul- und Ausbildungsalltag.
Besonders wertvoll war dabei, dass nicht nur über psychische Belastungen gesprochen wurde, sondern auch über Prävention, Resilienz, Selbstfürsorge und Unterstützungsmöglichkeiten. Die Mental Health Days zeigen damit eindrucksvoll, wie wichtig es ist, psychische Gesundheit als gemeinsamen Bildungsauftrag zu verstehen – gerade in einer Zeit, in der viele junge Menschen mit enormen Herausforderungen konfrontiert sind.
Wenn „schlecht drauf sein“ mehr ist als nur ein schlechter Tag
Ein zentraler Schwerpunkt des Vortrags war die wichtige Unterscheidung zwischen vorübergehender Traurigkeit und einer Depression. Dabei wurde klar gemacht:
Traurigkeit gehört zum Leben dazu – sie ist oft situationsbedingt und vergeht meist wieder.
Depression hingegen kann deutlich tiefer gehen und zeigt sich vor allem dann, wenn Symptome länger als 14 Tage andauern und das alltägliche Leben stark beeinträchtigen.
Hierbei unterscheidet man zwischen zwei Arten von Symptomen:
Hauptsymptome:
– depressive Stimmung
– Verlust von Freude und Interesse
– vermindereter Antrieb
Nebensymptome:
– Schlafstörungen
– Konzentrationsprobleme
– geringes Selbstwertgefühl
– Schuldgefühle
– pessimistische Zukunftsgedanken
Die Depressionsspirale verstehen
Ein weiterer wichtiger Punkt war die sogenannte Depressionsspirale:
Weniger Motivation → weniger positive Erlebnisse → schlechtere Stimmung → noch weniger Antrieb.
Gerade dieses Modell zeigte eindrucksvoll, warum frühes Hinschauen und Unterstützung so entscheidend sind.

Der „schwarze Hund“ – Depression greifbar erklärt
Ein besonders eindrucksvoller Bestandteil des Vortrags war das bewegende Video „Ich hatte einen schwarzen Hund, sein Name war Depression“ von Freunde fürs Leben e.V. – basierend auf der bekannten Geschichte von Matthew Johnstone in Zusammenarbeit mit der WHO.
Mit dem Symbol des „schwarzen Hundes“ wird auf verständliche und berührende Weise gezeigt, wie sich Depression anfühlen kann: belastend, kräftezehrend, oft unsichtbar für Außenstehende – und doch allgegenwärtig für Betroffene. Das Video macht deutlich, dass Depression keine bloße „schlechte Phase“ ist, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, über die gesprochen werden muss.
Gerade weil psychische Erkrankungen noch immer oft tabuisiert werden, setzt dieses Video ein starkes Zeichen: Depression ist behandelbar, und Hilfe zu suchen ist ein wichtiger erster Schritt. Es ermutigt Betroffene und Angehörige, hinzusehen, Warnsignale ernst zu nehmen und Unterstützung anzunehmen.
Dieses eindrucksvolle Video möchten wir hier gerne teilen, da es das Thema auf besonders einfühlsame und verständliche Weise vermittelt.
Die Botschaft ist klar:
Selbsthilfe allein reicht nicht immer – Hilfe anzunehmen ist Stärke, keine Schwäche.
Die 7 Säulen der Resilienz
Ein besonders wertvoller Abschluss war das Thema Resilienz – also psychische Widerstandskraft.
Dazu zählen unter anderem:
– Optimismus
– Akzeptanz
– Lösungsorientierung
– Verantwortung übernehmen
– Netzwerke pflegen
– Zukunftsplanung
Gerade für Jugendliche und Lehrlinge ist dieses Wissen enorm wichtig, um mit Belastungen gesünder umgehen zu können.

Hilfe ist da – und sie ist wichtig
Wer Unterstützung braucht, ist nicht allein. Vorgestellt wurden unter anderem. Telefonseelsorge, Rat auf Draht, Beratungslehrer:innen und viele weitere Angebote welche in schwierigen Situationen eine entscheidende Hilfe sein können.

Die Mental Health Days haben gezeigt, dass psychische Gesundheit genauso wichtig ist wie körperliche Gesundheit. Gerade an einer Berufsschule, wo Leistungsdruck, Zukunftsängste und persönliche Herausforderungen oft zusammentreffen, sind Aufklärung, Prävention und Gesprächsangebote unverzichtbar.
Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten für die Organisation dieser wichtigen Initiative und dafür, dass dieses Thema sichtbar gemacht wurde.
Denn nur wer versteht, kann helfen.

